Unsere neue Serie zum Thema „Notarielle Beurkundung“
Mit dieser neuen Blog-Serie zum Thema notarielle Beurkundung in Deutschland möchten unsere Nürnberger Dolmetscher und Übersetzer regelmäßig zentrale Begriffe und typische Sachverhalte rund um das Thema kurz, verständlich und praxisnah erklären – vor allem auch für ausländische Mitbürger und Mitbürgerinnen, die aus Ihrem Heimatland vielleicht andere Erwartungen mitbringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Immobilienkaufverträgen, da hier die meisten Berührungspunkte für internationale Käufer entstehen und wir als professionelle Notardolmetscher in Nürnberg und Umgebung am meisten mit diesem Thema zu tun haben. Gelegentlich werden wir aber auch andere notarielle Aufgabenbereiche, wie den Ehevertrag oder Nachlasssachen streifen, wenn sie zum Verständnis beitragen oder in der Praxis häufig Fragen aufwerfen.
Aufgaben und Arbeitsweise eines Notars in Deutschland
Wer in Deutschland eine Immobilie kauft, kommt an einer Person nicht vorbei: dem Notar. Für viele ausländische Käufer ist seine Rolle jedoch ungewohnt und nicht selten missverständlich, vor allem, wenn Sie aus Ländern kommen, in denen das in Großbritannien entstandene Common Law vorherrscht. Ist er der Anwalt des Käufers? Der Vertreter des Verkäufers? Oder ein staatlicher Beamter?
Die kurze Antwort lautet: nichts davon – und gleichzeitig ein wenig von allem.
Der wichtigste Punkt zuerst: Ein Notar ist gesetzlich zur Neutralität verpflichtet. Er steht nicht auf der Seite einer Partei, sondern soll einen rechtlich korrekten und für beide Seiten fairen Vertragsabschluss sicherstellen. Seine Aufgabe ist es, beide Seiten über Inhalt und Tragweite des Vertrags aufzuklären, offensichtliche Benachteiligungen zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass der Eigentumsübergang rechtssicher abgewickelt wird. Gerade für Käufer aus Ländern wie Großbritannien, Indien oder den USA ist dieses System ungewohnt, da dort in der Regel jede Partei von einem eigenen Anwalt vertreten wird. In Deutschland übernimmt der Notar einen großen Teil dieser Absicherungsfunktion – jedoch ohne parteiisch zu sein.
Aber warum ist der Notar überhaupt zwingend vorgeschrieben? Immobilienkaufverträge müssen in Deutschland notariell beurkundet werden, andernfalls sind sie unwirksam. Der Gesetzgeber möchte damit verhindern, dass weitreichende Entscheidungen über hohe Vermögenswerte unüberlegt getroffen werden, und gleichzeitig eine klare rechtliche Dokumentation schaffen, die spätere Streitigkeiten möglichst vermeiden lässt. Der Notartermin ist daher kein bloßer Formalakt, sondern ein zentraler Bestandteil des gesamten Kaufprozesses. Für ausländische Käufer und Verkäufer begleiten wir als professionelle Übersetzer und Dolmetscher regelmäßig die Beurkundung von Kaufverträgen bei Notaren in Nürnberg und darüber hinaus.
Wenn der Notar so wichtig ist, was macht er dann genau? Zuerst einmal bereitet der Notar den Kaufvertragsentwurf und andere notwendige Dokumente wie zum Beispiel eine Grundschuldbestellung nach den Wünschen der Parteien rechtssicher vor und berät die Parteien auch in Rechtsfragen. Am Tag der Beurkundung verliest er den vollständigen Vertrag in Anwesenheit der Parteien und beantwortet etwaige rechtliche Fragen. Er veranlasst die Eintragung im Grundbuch und kümmert sich um die Organisation und den Vollzug des Kaufvertrags bis zum Eigentumsübergang.
Was der Notar tut und nicht tut – kurze Zusammenfassung
Typischerweise übernimmt der Notar folgende Aufgaben:
- Erstellung oder Prüfung des Kaufvertragsentwurfs
- Erklärung aller Vertragsinhalte während der Beurkundung
- Vorlesen des gesamten Vertrags (ja, wirklich)
- Aufklärung über die Rechtslage und Beantwortung rechtlicher Fragen zum Vertrag
- Einholung notwendiger Genehmigungen
- Veranlassung der Eintragung im Grundbuch
- Koordination der Kaufpreisfälligkeit
- Überwachung des Eigentumsübergangs
Er sorgt damit dafür, dass der Kauf nicht nur unterschrieben, sondern auch korrekt „abgewickelt“ wird.
Ebenso wichtig ist zu verstehen, was der Notar nicht ist:
- kein persönlicher Rechtsberater einer Partei
- kein Verhandlungsführer
- kein Interessenvertreter
- kein Ersatz für einen eigenen Rechtsanwalt bei komplexen Fragen
Wenn Käufer oder Verkäufer eine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung wünschen, müssen sie sich dafür an einen eigenen Anwalt oder Steuerberater wenden.
Professionelle Dolmetscher unterstützen die notarielle Beurkundung
Wenn eine Vertragspartei der deutschen Sprache nicht mächtig ist, darf die Beurkundung nur erfolgen, wenn sichergestellt ist, dass alle Beteiligten die vorgelesenen Inhalte verstanden haben. Dies geschieht in der Regel durch einen professionellen Notardolmetscher, der den gesamten Text „treu und gewissenhaft“ in die Fremdsprache übersetzt. Der Hintergrund ist einfach: Nur wer den Vertrag vollständig versteht, kann wirksam zustimmen. Dolmetscher und Notar arbeiten hierbei eng zusammen, um sicherzustellen, dass sämtliche Inhalte, rechtliche Folgen und Feinheiten korrekt und vollständig vermittelt werden.
Wie auch der Notar bleibt der Dolmetscher bei der Beurkundung neutral und sorgt ausschließlich dafür, dass alle Beteiligten die Vertragsinhalte mit ihren Folgen und Risiken verstehen. Die erfahrenen Notardolmetscher der Dolmetscherzentrale Nürnberg haben bereits eine Vielzahl von Beurkundungen professionell erfolgreich begleitet. Wenn auch Sie ein Haus, eine Wohnung oder ein anderes Grundstück in Nürnberg und Umgebung kaufen möchten und dabei die Hilfe eines Dolmetschers benötigen – sei es bei der Beurkundung selbst oder für die Unterzeichnung eines Bankdarlehens – die Dolmetscherzentrale Nürnberg unterstützt Sie gerne.
Bild: steffen wienberg, unsplash.com
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