KI-Übersetzungen liefern heute oft erstaunlich gute Ergebnisse. Bei notariellen Dokumenten reichen sie jedoch nicht aus. Erfahren Sie, welche Risiken Maschinenübersetzungen bergen und warum juristische Texte höchste sprachliche Präzision erfordern.
Warum KI-Übersetzungen bei notariellen Dokumenten riskant sind
Übersetzungssysteme die mit künstlicher Intelligenz arbeiten, haben sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Für einfache Alltagstexte oder unverbindliche Informationen können sie eine hilfreiche Unterstützung sein. Geht es jedoch um notarielle Beurkundungen oder generell juristische Fachterminologie, stoßen KI-Übersetzungen schnell an ihre Grenzen. Bereits kleine sprachliche Ungenauigkeiten können weitreichende rechtliche und wirtschaftliche Folgen haben.
Notarielle Dokumente enthalten komplexe juristische Formulierungen, deren Bedeutung häufig vom rechtlichen Zusammenhang abhängt. Deshalb genügt es nicht, einzelne Begriffe wörtlich in eine andere Sprache zu übertragen. Entscheidend ist vielmehr, dass Inhalt, Rechtswirkung und Fachterminologie vollständig und korrekt wiedergegeben werden.
Juristische Fachsprache lässt sich nicht automatisieren
Begriffe des deutschen Rechts besitzen häufig keine direkte Entsprechung in anderen Rechtsordnungen. KI-Übersetzungstools erkennen diese Unterschiede nicht zuverlässig und übertragen Formulierungen oftmals nur nach statistischen Wahrscheinlichkeiten. Dadurch können Bedeutungsverschiebungen entstehen, die für juristische Dokumente problematisch sind.
Hinzu kommt, dass notarielle Urkunden häufig lange und komplexe Satzstrukturen enthalten. Automatische Übersetzungssysteme können Zusammenhänge oder Bezüge innerhalb eines Textes falsch interpretieren und dadurch den Sinn einzelner Regelungen verändern. Gerade im Bereich Recht & Justiz ist jedoch jede Formulierung von Bedeutung.
Beglaubigte Übersetzungen können nicht ersetzt werden
Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass die KI keine beglaubigten Übersetzungen erstellen können. Werden Urkunden bei Gerichten, Behörden, Notaren oder Hochschulen eingereicht, verlangen diese häufig ausdrücklich eine beglaubigte Übersetzung.
Diese darf je nach Bundesland ausschließlich von öffentlich bestellten oder ermächtigten beziehungsweise beeidigten Übersetzern angefertigt werden. Mit ihrer Beglaubigung bestätigen sie die Vollständigkeit und Richtigkeit der Übersetzung. Automatisch erzeugte Texte erfüllen diese rechtlichen Anforderungen nicht und werden deshalb in der Regel nicht anerkannt.
Datenschutz und Vertraulichkeit beachten
Notarielle Dokumente enthalten häufig personenbezogene Daten, wirtschaftliche Informationen oder vertrauliche Vertragsinhalte. Werden solche Dokumente in frei zugängliche Online-Übersetzungstools hochgeladen, lässt sich oftmals nicht eindeutig nachvollziehen, wie die Daten verarbeitet oder gespeichert werden.
Professionelle Übersetzer und Dolmetscher unterliegen dagegen hohen Anforderungen an Vertraulichkeit und Datenschutz. Sie arbeiten nach klaren Qualitätsgrundsätzen, verwenden einheitliche Fachterminologie und prüfen ihre Übersetzungen sorgfältig auf sprachliche sowie inhaltliche Richtigkeit. Dadurch entstehen Übersetzungen, die sowohl den fachlichen als auch den rechtlichen Anforderungen gerecht werden.
Fachkompetenz schafft Rechtssicherheit
KI-Übersetzungen können den Arbeitsalltag in vielen Bereichen erleichtern. Bei notariellen Urkunden und juristischen Dokumenten ersetzen sie jedoch weder die Fachkompetenz noch die Verantwortung qualifizierter Sprachexperten. Wo rechtliche Konsequenzen von der exakten Formulierung abhängen, ist menschliches Fachwissen unverzichtbar.
Die Dolmetscherzentrale Nürnberg unterstützt Sie dank unseres Netzwerks qualifizierter Sprachexperten mit Sprachdienstleistungen in zahlreichen Sprachkombinationen. Gerne stehen wir Ihnen für Anfragen zu Ihrem individuellen Projekt zur Verfügung.
Bild: KI-generiert, chatopenai.de